Heimat ist dort, wo mein Glaube ist:Neuer Seeslorger im Pastoralen Raum: Pater Jaya Babu Thulimelli HGN

Pater Thulimelli wendet sich an die Gläubigen und stellt sich vor
Liebe Brüder und Schwestern,
mein Name ist Pater Jaya Babu Thulimelli HGN, und ab dem 1. Juni darf ich meinen Dienst als Kooperator bei Ihnen beginnen. Zugleich werde ich mein Philosophiestudium an der Theologischen Hochschule in Vallendar fortsetzen.
Wenn ich mich Ihnen vorstelle, dann begleitet mich ein Satz, der mein Leben geprägt hat:
Heimat ist dort, wo mein Glaube ist. Denn mein Leben war immer in Bewegung.
Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Andhra Pradesh in Indien.
Meine eigene Geschichte ist eine Geschichte des Unterwegsseins: Ich habe meh
rere Schulen besucht, meine Ausbildung im Priesterseminar führte mich durch
verschiedene Regionen Indiens, und auch als Priester durfte ich in unterschiedli
chen Teilen des Landes tätig sein.
Und dabei habe ich etwas Wichtiges gelernt: Ich war oft unterwegs – aber nie
ohne Heimat. Denn dort, wo Glaube gelebt wird, dort ist Heimat.
Ein ganz neuer Abschnitt begann für mich, als ich während der Corona-Zeit gebe
ten wurde, mich auf einen Einsatz im Bistum Trier vorzubereiten. Ich begann
Deutsch zu lernen, wartete lange auf das Visum – und schließlich durfte ich am
15. September 2022 nach Deutschland kommen.
In den vergangenen Jahren war ich als Kaplan in Boppard tätig. Diese Zeit war für
mich sehr prägend. Obwohl ich schon seit 2013 Priester bin, fühlte ich mich hier
noch einmal wie ein „Anfänger“ – in einer neuen Sprache, in einer neuen Kultur
und in einer anderen kirchlichen Struktur.
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Ich erinnere mich gut: Vom Ausbilden von Seminaristen in Indien… zum Lernen
von Grammatik und Aussprache mit meiner Sprachpatin. Das Leben hat seine ei
gene Art, uns immer wieder neu beginnen zu lassen.
Besonders bereichernd war für mich die Begegnung mit der Kirche hier in
Deutschland. In Indien ist der Glaube oft sehr lebendig und sichtbar – mit langen
Gottesdiensten, vielen Liedern und einer großen Ausdruckskraft. Hier habe ich
eine andere Form des Glaubens kennengelernt: ruhiger, oft nach innen gerichtet,
aber nicht weniger tief. Ich habe gelernt: Glaube muss nicht überall gleich ausse
hen, um wahr zu sein.
Auch die Zusammenarbeit in der Kirche habe ich hier neu erlebt: als ein Miteinan
der von Priestern, Diakonen, pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und
vielen engagierten Ehrenamtlichen. Das hat mir gezeigt, wie vielfältig Kirche sein
kann – und wie sehr sie von den Gaben vieler lebt.
Meine Aufgabe verstehe ich ganz einfach: die Sakramente feiern, da sein, Men
schen begleiten, zuhören und lernen. Oder mit einem Wort: „da sein.“
Ich komme zu Ihnen nicht als jemand, der schon alles weiß, sondern als jemand,
der weiterhin lernen möchte – von den Menschen, von den Begegnungen und
vom gemeinsamen Glauben.
Ich freue mich darauf, die Gemeinden im Pastoralen Raum Mayen kennenzuler
nen, auf die vielen Gespräche, auf das gemeinsame Feiern des Glaubens und auf
die Wege, die wir miteinander gehen werden.
Ich bringe vieles mit aus meiner bisherigen Zeit – vor allem die Erfahrung: Dass
Gegenwart oft wichtiger ist als Perfektion. Dass Glauben im Alltag wächst. Und
dass Gemeinschaft dort entsteht, wo Menschen sich füreinander öffnen.
Vielleicht werde ich auch hier wieder ein Stück neu anfangen müssen. Aber genau
darin liegt eine Chance. Denn ich bin überzeugt: Heimat entsteht nicht nur durch
Orte – sondern durch Menschen und durch den Glauben, den wir miteinander
teilen.
Ich freue mich sehr auf die Begegnung mit Ihnen und auf den gemeinsamen Weg.
Herzliche Grüße
Pater Jaya Babu Thulimelli HGN
