Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zu Ehrenamts- und Engagemententwicklung:"Engagement als Zukunftskraft für Kirche und Gesellschaft"

„Stärkung des Zusammenhalts und der Demokratie in der Gesellschaft“

Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute (22. Mai 2026) die Arbeitshilfe Engagement als Zukunftskraft in Kirche und Gesellschaft veröffentlicht. Weihbischof Matthäus Karrer (Rottenburg-Stuttgart), stellvertretender Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, konnte das Dokument bei Gesprächen in Berlin im Bundespräsidialamt, im Bundeskanzleramt und im Deutschen Bundestag überreichen. „Morgen findet der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerufene Ehrentag statt, an dem besonders das ehrenamtliche Engagement zivilgesellschaftlicher und privater Gruppen gewürdigt werden soll. Das ist ein guter Anlass, wenn wir als Deutsche Bischofskonferenz mit dem neuen Dokument einen Anstoß für die Debatte geben wollen“, erläutert Weihbischof Karrer, der federführend am Dokument mitgearbeitet hat.
„75 Prozent der Christinnen und Christen in Deutschland üben ein Ehrenamt in der Zivilgesellschaft aus. Sie investieren Freizeit, Fähigkeiten und oft auch finanzielle Ressourcen, um zu helfen und vor Ort zu unterstützen. Mit ihrem Engagement tragen sie erheblich zur Stärkung des Zusammenhalts und der Demokratie in der Gesellschaft bei. Sie bringen menschliche Nähe, Vielfalt und Solidarität in unser Zusammenleben ein“, betont Weihbischof Karrer. Viel von diesem Engagement habe man auf dem zurückliegenden Katholikentag in Würzburg spüren können.
„Die neue Arbeitshilfe will zum Verständnis und zur Wertschätzung von Ehrenamt und Engagierten beitragen. Sie würdigt ausdrücklich den kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Einsatz und geht dabei auf die Schnittstellen zwischen kirchlich Engagierten und der Gesellschaft ein“, erläutert Weihbischof Karrer. Die Kirche verstehe sich dabei als weites Dach für Engagement, das sie fördern und vernetzen wolle: „Das Dokument richtet sich an alle, die das Ehrenamt und Engagierte in der Kirche und ihrem Sozialraum unterstützen und weiterentwickeln wollen: Verantwortliche in Seelsorge und Caritas, in Gemeinden und Gemeinschaften, Verbänden, Vereinen und Organisationen“, so Weihbischof Karrer.
Im ersten Teil des Textes geht es um konkrete und erprobte Ansätze für die Engagementförderung. Hier kommen Ehrenamtliche und solche, die Engagement fördern, zu Wort. In einem weiteren Teil wird der Begriff Engagement in seiner Vielfalt, aber auch mit seinen Herausforderungen sozialwissenschaftlich und theologisch untersucht. Der dritte Teil benennt Rahmenbedingungen und anstehende Aufgaben für die Zukunft von Engagement in Kirche und Gesellschaft. Außerdem finden sich im Text umfangreiche Links und Literaturhinweise.
Empirisch ist feststellbar, dass sich zunehmend mehr Menschen engagieren – aber sie tun es weniger umfänglich und weniger in vorgegebenen Strukturen. Weihbischof Karrer: „Die Arbeitshilfe wirbt für eine engagementfreundliche Kirche, die sich in die säkulare Gesellschaft hinein öffnet für diejenigen, die bereits aktiv sind oder es werden wollen. Es wird eine Kirche beschrieben, die nicht Selbstzweck ist, sondern ‚Zeichen und Werkzeug‘ für das Wirken Gottes in den Menschen und zum Heil der Menschen – dies jedoch nicht abstrakt, sondern konkret im Sozialraum einer Pfarrei, in der säkularen Zivilgesellschaft, in der die Kirche heute lebt.“ In diesem Sinn werbe der Text für ein engagiertes Christsein, das sich als Hoffnungs- und Zukunftskraft auch für andere Engagierte in der säkularen Gesellschaft erweist“, so Weihbischof Karrer.
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