Projekt "kirchRAUMpilot*innen" hilft, die Kirche im Dorf zu lassen

Kirchwald. Wie kann ein Kirchengebäude auch außerhalb von Gottesdiensten zu einem lebendigen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft werden? Antworten auf diese Frage gab es am Sonntag, 28. Juni 2026, in der Pfarrkirche St. Dionysius in Kirchwald. Im Rahmen des Projekts „kirchRAUMpilot*innen“ wurden den Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessierten erste bereits umgesetzte Maßnahmen und Ideen für die zukünftige Nutzung der Kirche vorgestellt. Bei sommerlich heißen Temperaturen bot das angenehm kühle Kirchenschiff den passenden Rahmen für die Veranstaltung. Bei Kaffee, Kuchen, Waffeln und kühlen Getränken konnten sich die Besucherinnen und Besucher über den aktuellen Stand des Projekts informieren und mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.
Kirche als Ort des Alltags

Markus Hilger und Mechthild Peters eröffneten den Nachmittag mit nachdenklichen Impulsen und einem musikalischen Beitrag. Sie machten deutlich, warum das Projekt ins Leben gerufen wurde und welche Ziele damit verfolgt werden.
Immer weniger Kirchen im ländlichen Raum werden regelmäßig für Gottesdienste oder andere liturgische Feiern genutzt. Viele Gebäude stehen einen Großteil der Zeit leer oder bleiben sogar verschlossen. Das Projekt „kirchRAUMpilot*innen“ möchte dieser Entwicklung entgegenwirken. Ziel ist es, die Kirche von einer reinen „Anlasskirche“ zu einer „Alltagskirche“ weiterzuentwickeln – einem Ort, der das Dorfleben bereichert und vielfältig genutzt werden kann.
Gleichzeitig soll das Kirchengelände als ortsprägender Mittelpunkt neu belebt werden. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort entsteht ein langfristiges und tragfähiges Nutzungskonzept, das den Erhalt der Kirche in Kirchwald sichern soll.
Unterstützung durch Bistum und Hochschule

Die Initiative geht unter anderem auf das Bistum Trier zurück. Gemeinsam mit der Hochschule Koblenz und der Verbandsgemeinde Vordereifel wurden Gemeinden gesucht, die bereit sind, neue Wege für ihre Kirchengebäude zu entwickeln. In Kirchwald fanden sich engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ihre Ideen sammelten, mit Vereinen und Organisationen diskutierten und daraus ein Konzept entwickelten.
Dieses überzeugte sowohl den Verwaltungsrat als auch die Pfarrgemeinde. Kirchwald wurde deshalb als einer der Projektstandorte ausgewählt. Ein wichtiger Baustein ist dabei die finanzielle Förderung, die die Umsetzung neuer Ideen ermöglicht.
Bereits heute ist der Kindergarten Mäuseturm Projektpartner und nutzt die Kirche für verschiedene Angebote. Auch die Grundschule möchte sich künftig beteiligen. Darüber hinaus sind alle Vereine, Gruppen und Initiativen eingeladen, eigene Ideen einzubringen und den Kirchenraum mit Leben zu füllen.
Tauschen, teilen und schenken

Ein Beispiel dafür, wie Kirche zum Ort der Begegnung werden kann, war der während der Veranstaltung organisierte Tauschmarkt des Teams St. Dionysius. Unter dem Motto „Fair-schenken, Fair-teilen und Fair-tauschen“ konnten Besucherinnen und Besucher gut erhaltene Gegenstände mitbringen, tauschen oder verschenken.
Die Aktion stärkte nicht nur das Miteinander im Ort, sondern setzte auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. So wurde deutlich, dass künftig nicht nur der Kirchenraum geteilt werden soll, sondern auch Ideen, Begegnungen und Dinge des täglichen Lebens.
Ein Ort mit Zukunft

Die Pfarrkirche St. Dionysius blickt auf eine rund 120-jährige Geschichte zurück. Damit sie auch in Zukunft ein lebendiger Mittelpunkt des Dorfes bleibt, braucht es Menschen, die bereit sind, neue Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Das Projekt „kirchRAUMpilot*innen“ möchte hierfür die Grundlage schaffen – damit die Kirche auch künftig im Dorf bleibt.
Kontakt zum Projekt
Lioba Speer, wiss. Projektkoordinatorin kirchRAUMpilot*innen
Hochschule Koblenz I Campus Koblenz
b-k-w Architektur
Konrad-Zuse-Str. 1
56075 Koblenz
Mail: speer@hs-koblenz.de
Tel: +49 261 9528 609
Web: www.hs-koblenz.de
