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Am 15. August 2026 wurde im Pastoralen Raum Mayen das Hochfest Maria Himmelfahrt gefeiert:Maria Himmelfahrt im Pastoralen Raum Mayen: Kräuterweihe, gelebter Glaube und Gemeinschaft

Sommerliche Temperaturen, duftende Kräutersträuße und gelebter Glaube prägten die Feierlichkeiten rund um Maria Himmelfahrt im Pastoralen Raum Mayen. In Volkesfeld, Mayen und Ettringen wurde das Hochfest auf unterschiedliche Weise begangen. Dabei zeigte sich, wie lebendig die Tradition der Kräuterweihe bis heute ist und wie vielfältig kirchliche Gemeinschaft erlebt werden kann.
Maria Himmelfahrt im Pastoralen Raum Mayen
Datum:
15. Aug. 2026
Von:
Katharina Dinger

Kräuterwanderung "Schritt für Schritt" in Volkesfeld

Kräuterwanderung in Volkesfeld

In Volkesfeld machten sich 15 interessierte Frauen auf, der Tradition der Kräuterbuschen auf die Spur zu kommen. Bei einer Kräuterwanderung trotzten sie Hitze und Dürre und wurden dabei mit einer besonderen Vielfalt beschenkt: Keine Teilnehmerin ging ohne ein Sträußchen wertvoller Kräuter nach Hause.
Die Teilnehmerinnen konnten eigenes Wissen einbringen und zugleich neue Einsichten und Kenntnisse gewinnen. Neben der Beschäftigung mit essbaren Wildpflanzen stand immer wieder auch die Frage nach dem eigenen Platz in der Schöpfung im Mittelpunkt.
Die Verbindung von spirituellen Impulsen und Wissenswertem über die heimischen Kräuter kam bei den Teilnehmerinnen gut an. Der Blick auf Gottes lebendige Geschenke in einer scheinbar leblosen Umgebung kann dabei helfen, Hoffnungsschimmer aufblitzen zu lassen. Selbst nach Trockenheit und schwierigen Bedingungen kann neues Leben entstehen.
Zum Abschluss wurden die Kräuterbuschen in einer kleinen Andacht gesegnet. Sie sollen zum Zeichen dafür werden, dass Gott die Menschen auch durch widrige Umstände begleitet. Zugleich laden sie dazu ein, neugierig und offen zu bleiben für die kleinen Geheimnisse im Unscheinbaren.

"Tankstelle" in Mayen

'Tankstelle' in Mayen

Auch in Mayen standen die Kräuter im Mittelpunkt einer besonderen Feier. Die Pfarrei St. Lukas hatte im Rahmen des Formats „Tankstelle“ unter dem Motto „Bibel – Beten – Singen“ in den Pfarrgarten von St. Clemens eingeladen. Bei sommerlichem Wetter kamen zahlreiche Gläubige zusammen, um gemeinsam innezuhalten und neue Kraft zu schöpfen.
Passend zum Festtag wurden traditionell Kräuterbuschen gesegnet. Die kfd hatte im Vorfeld duftende Sträuße aus bis zu acht verschiedenen Kräutern gebunden, darunter Kamille, Schafgarbe, Holunder, Melisse, Minze und Baldrian.
Ein besonderer Höhepunkt war eine Meditation, bei der der Kräuterstrauß Kraut für Kraut live gebunden wurde. Zu jeder Pflanze gab es zunächst eine kleine Kräuterkunde. Anschließend wurde ihre Wirkung auf die Gemeinschaft der Kirche übertragen.
So stand Baldrian für alle, die durch Gemütlichkeit und Humor vor Hektik und Zukunftsangst bewahren. Die Schafgarbe wurde mit Eltern, Großeltern sowie Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern verbunden, die Lust auf Glauben wecken. Thymian stand für Menschen, die trotz mancher Blessuren öffentlich zu ihrem Glauben stehen. Die Pfefferminze erinnerte an diejenigen, die helfen, auch schwere Themen der Kirche zu verdauen.
Salbei stand für alle, die sich einbringen und Sorgen mildern, Holunderblüten für Menschen, die anderen mit Zuspruch durch seelische Tiefs helfen. Die Kamille erinnerte an jene, die durch ihr Glaubenszeugnis Anfeindungen entgegenwirken. Die Mistel stand für die kfd-Frauen, die mitten in der Gemeinschaft stehen, die Brennnessel für alle, deren kritische Worte die Pfarrei lebendig halten. Das Johanniskraut schließlich wurde all jenen zugesprochen, die durch Lachen und Verständnis Seelenängste vertreiben.
Eine besondere Bedeutung bekam anschließend der Gedanke „Beikraut vergeht nicht“. Was klein und unscheinbar wirkt, besitzt oft eine erstaunliche und kaum auszurottende Lebenskraft. Dieses Bild lässt sich auch auf Maria übertragen.
Maria war in den Augen der Welt kein mächtiger Baum und keine Königin mit großem Gefolge, sondern ein einfaches Mädchen aus dem unbedeutenden Dorf Nazareth. Gerade in dieser Unscheinbarkeit erkannte Gott ihre Größe. Aus ihrem „Ja“ wuchs Unvergängliches.
Musikalisch begleitet wurde die Wortgottesfeier von Evelyne Schumacher mit ihrer Gitarre und eingängigen Liedern, die zum Mitsingen einluden.

Zum Abschluss reichten sich die Anwesenden die Hände – ein Zeichen dafür, dass die Gemeinschaft ebenso vielfältig ist wie der gebundene Kräuterstrauß.

Gottesdienst und Lichterprozession in Ettringen

Lichterprozession in Ettringen

In Ettringen wurde Mariä Himmelfahrt ebenfalls in besonderer Weise gefeiert. Zahlreiche Gläubige aus Ettringen, der Pfarrei St. Barbara und dem Pastoralen Raum versammelten sich zu einem festlichen Abend rund um die Pfarrkirche St. Maximin.
Um 20 Uhr begann der Gottesdienst, den Dekan Schuh zelebrierte. Musikalisch begleitet wurde die Messe von Organist Stephan Ring. Zum Abschluss der Messe erhielt er die Beauftragung durch Bischof Stefan Ackermann zur Leitung und Durchführung von Wortgottesfeiern. Dekan Schuh betonte, wie sehr er die Bereitschaft schätze, diesen Dienst zu übernehmen, und dankte den vielen Ehrenamtlichen, die diese Aufgabe bereits seit Jahren wahrnehmen.
Auch in Ettringen gehörte die traditionelle Kräuterweihe zum Fest. Bunt gebundene Sträuße aus Lavendel, Schafgarbe, Kamille, Salbei und vielen weiteren Kräutern wurden gesegnet und standen den Besucherinnen und Besuchern anschließend zur Mitnahme bereit. Damit wurde ein alter Brauch bewahrt, der bis heute zu den festen Bestandteilen des Marienfestes gehört.
Nach dem Gottesdienst setzte sich die Lichterprozession in Bewegung. Mit brennenden Kerzen in den Händen zog die Gemeinde durch die Straßen Ettringens zum "Stehler Kapellchen". In der einbrechenden Dämmerung entstand ein eindrucksvolles Bild: Familien, Jugendliche und ältere Gemeindemitglieder gingen gemeinsam den Weg, begleitet vom Kreuz und den flackernden Lichtern.
An der Kapelle angekommen, versammelte sich die Prozession zu einem gemeinsamen Gebet. Musikalisch wurde der Abend von der Blaskapelle Ettringen begleitet, die open air vor der Kapelle spielte und der Feier einen festlichen Rahmen gab.
Den Abschluss bildete ein geselliger Umtrunk, der Gelegenheit zu Begegnung und Austausch bot.

Die Feiern in Volkesfeld, Mayen und Ettringen machten auf unterschiedliche Weise deutlich, wie lebendig die Tradition rund um Mariä Himmelfahrt bis heute ist. Kräuterweihe, Gebet, Musik und Gemeinschaft verbanden sich dabei mit persönlichen Impulsen und Begegnungen und machten das Hochfest für viele zu einem besonderen Erlebnis.