Fachttag zum Thema Prävention:Fachtag im Pastoralen Raum Mayen setzt Impulse für weitere Sensibilität und Handlungssicherheit

Einstieg und Themensammlung

Insgesamt 17 Teilnehmende aus unterschiedlichen seelsorgerlichen Kontexten kamen zusammen, um sich auszutauschen, bestehende Schutzkonzepte weiterzuentwickeln und neue Perspektiven zu gewinnen.
Sofort wurde deutlich: Das Thema bewegt. Nach der offiziellen Begrüßung durch Dr. Thomas P. Fößel vom Leitungsteam führte die Moderation – Nicole Stockschlaeder und Christof Ewertz – in den Ablauf ein, die den Tag sehr professionell und individuell vorbereitet hatten.
Ein zentraler Bestandteil des Vormittags war die Einordnung des Fachtages: Warum braucht es diesen Austausch? Wo steht der Pastorale Raum Mayen aktuell bei der Umsetzung institutioneller Schutzkonzepte (ISK)? Und welche Erwartungen bringen die Teilnehmenden mit? In einer offenen Themensammlung wurde schnell deutlich, dass insbesondere Fragen der Handlungssicherheit, die Weiterentwicklung bestehender ISK – etwa um queere Perspektiven – sowie die Unterstützung Ehrenamtlicher u.a. bei Freizeiten eine wichtige Rolle spielen.
Fachlicher Impuls aus der Praxis: Evelyne Schumacher

Einen fachlichen Input direkt aus der Praxis lieferte Evelyne Schumacher, die den aktuellen Stand der Prävention im Pastoralen Raum beleuchtete. Anhand eines „Vier-Felder-Modells“ wurden Stärken, Herausforderungen, Chancen und Risiken sichtbar gemacht. Dabei zeigte sich: Vieles ist bereits gelungen – insbesondere Schulungen und erste Schritte in der Umsetzung der Schutzkonzepte. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten im Umgang mit Grenzverletzungen und im Transfer in die konkrete Praxis.
Frau Dr. Haase (Uni Trier) gibt Einblick in Forschungsstand

Ein Höhepunkt des Tages war die Vorstellung einer aktuellen Studie zum Sexuellen Missbrauch im Bistum Trier durch Frau Dr. Haase von der Uni Trier, die als Historikerin neue wissenschaftliche Perspektiven in die Diskussion einbrachte. Im anschließenden Austausch wurde deutlich, wie wichtig es ist, Erkenntnisse aus der Forschung mit der konkreten Arbeit vor Ort zu verknüpfen.
Weiterarbeit in Workshops und Plenum
Am späten Vormittag und erneut am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in Workshopgruppen weiter. Ausgehend von den gesammelten Themen entwickelten sie konkrete Ansätze und Handlungsideen. Unterstützt durch Impulse und Filmbeiträge wurden die Diskussionen vertieft. Die Ergebnisse wurden innerhalb der Gruppen dokumentiert und schließlich im Plenum zusammengeführt.
Die abschließende Phase des Fachtages war geprägt von einer gemeinsamen Reflexion: Was nehmen die Teilnehmenden mit? Wo wurden neue Klarheiten gewonnen? Und welche nächsten Schritte sind notwendig? Dabei wurde deutlich, dass Prävention kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess ist, der Engagement, Austausch und strukturelle Verankerung benötigt.
Der Fachtag in Nachtsheim hat wichtige Impulse gesetzt und bietet eine solide Grundlage für die weitere Arbeit im Pastoralen Raum Mayen. Besonders hervorgehoben wurde die wertschätzende Atmosphäre und die Offenheit, auch schwierige Themen anzusprechen. Ein gemeinsames Ziel eint alle Beteiligten: Schutzräume zu schaffen, in denen Menschen sicher und respektvoll miteinander leben und arbeiten können.
