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Liebe, Hoffnung, Glaube

"Der Weg zum Glauben an das Ewige Leben führt mich über die Liebe und die Hoffnung." Das schreibt Hans Hütter in einer Ansprache anlässlich einer Andacht auf einem Friedhof.
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Datum:
22. Okt. 2026
Von:
Susanne Möckel-Lamberty

Liebe, Hoffnung, Glaube...

Weil ich liebe...

Niemand weiß, wie es nach dem Tod weitergeht. Niemand kann beweisen, dass es nach dem Tod weitergeht. Trotzdem gehe ich von Zeit zu Zeit zu den Gräbern meiner Lieben. Ich möchte ihnen damit zeigen, dass meine Liebe zu ihnen nicht verloschen ist. Ich erinnere mich dankbar daran, was sie mir bedeutet haben, was ich ihnen verdanke. Ich erinnere mich an fröhliche und glückliche Stunden mit ihnen, auch an manches Schwere. "Stark wie der Tod ist die Liebe" (Hld 8,6), sagt ein Wort der heiligen Schrift. Sie wird vom Tod nicht ausgelöscht.
 

...hoffe ich

Weil ich diese Menschen liebe, hoffe ich, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Ich hoffe es vor allem für jene, die es im Leben schwer gehabt haben. Ich hoffe es für jene, die sich für andere eingesetzt haben und die dafür zu Lebzeiten keinen Lohn erhalten haben. Ich hoffe es für jene, die mit hohlen Versprechungen um ihr Leben betrogen worden sind.
Mir gehen an einem Tag wie heute jene nicht aus dem Kopf, die durch Kriege, Hungersnöte oder Naturkatastrophen umgekommen sind: Alte, Junge, Menschen im besten Alter, Kinder, Menschen, die auf dem Weg in ein besseres Leben im Meer ertrunken sind.
Ich kann mich nicht damit abfinden, dass es sich die einen richten, ohne sich vor einem Gericht verantworten zu müssen. Und ich will mich nicht damit abfinden, dass andere nichts von dem Glück erleben, das ich erleben durfte.
 

und glaube ich

Deshalb glaube ich denen, die mir von einem liebenden Gott erzählt haben, dem ich mein Leben verdanke. Ich knüpfe meine Hoffnungen an den, von dem es heißt, er sei von den Toten auferstanden. Und ich glaube, dass er am Ende all jene, die im Leben wenig Glück erfahren haben, so überglücklich macht, dass sie das Erlittene vergessen können. Und ich glaube daran, dass er allen, die seiner Liebe nicht getraut haben, eine neue Chance geben wird.
Diesem liebenden Gott lege ich alle meine Lieben ans Herz, wenn ich deren Gräber besuche. Auf diesen liebenden Gott hoffe ich, wenn ich an jene denke, die das Leben, das der Schöpfer ihnen schenken wollte, nicht erleben konnten.

Wie das konkret aussehen wird, übersteigt meine Vorstellungskraft. Mit dem Apostel Paulus glaube ich an das, "was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor 2,9).

 

Hans Hütter 2018 auf Predigtforum.com