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Der Herr ist mein Hirte

In dieser und in der nächsten Woche bieten wir vier Abende an, bei denen wir aufzeigen möchten, dass wir als Seelsorgerinnen und Seelsorger an der Seite der Trauernden stehen. Wir bieten unsere Begleitung an. Aber die katholische Kirche hat noch viel mehr anzubieten. Es ist der Schatz der Gebete, Texte und Lieder, die Menschen schon lange, ja manche schon seit mehr als zweitausend Jahren auf ihrem letzten Weg begleiten und in denen Menschheitserfahrungen von Trauer, Verzweiflung und Leid, aber auch von Halt und Zuversicht zum Ausdruck kommen. Vielleicht sollten wir uns dieser Schätze auch noch einmal bewusst werden, damit wir sie Trauernden heute anbieten können. 
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Datum:
11. März 2026
Von:
Susanne Möckel-Lamberty
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Einer dieser Schätze ist sicher der Psalm 23 "Der Herr ist mein Hirte". Viele werden ihn aus dem Gotteslob und der Bibel kennen.

Heute schlage ich Ihnen vor, diesen Psalm nicht nur zu lesen, sondern ihn in der Vertonung von Franz Schubert zu hören. Die Musik lädt uns ein, uns Gott, dem Hirten, anzuvertrauen bis wir in seinem ewigen Haus sind. Franz Schubert hat den Psalm übrigens nach einer Übersetzung von von Moses Mendelssohn, einem jüdischen Humanisten aus dem 18. Jahrhundert, vertont.   

Hans Zenders Bearbeitung des Schubert-Psalms aus dem Jahr 1986 hat der Südwestrundfunk 2018 aufgenommen. Zu hören sind das SWR Vokalensemble und das SWR Symphonieorchester. 

 

Psalm 23, übersetzt von Moses Mendelssohn

Gott ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln.
Er lagert mich auf grüner Weide,
er leitet mich an stillen Bächen,
er labt mein schmachtendes Gemüt,
er führt mich auf gerechtem Steige
zu seines Namens Ruhm.
Und wall’ ich auch im Todesschattentale,
so wall’ ich ohne Furcht,
denn du beschützest mich,
dein Stab und deine Stütze
sind mir immerdar mein Trost.

Du richtest mir ein Freudenmahl
im Angesicht der Feinde zu,
du salbst mein Haupt mit Öl
und schenkst mir volle Becher ein;
mir folget Heil und Seligkeit
in diesem Leben nach,
einst ruh’ ich ew'ge Zeit
dort in des Ew‘gen Haus.